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Denken in Modellen

Von Norbert Pintsch

Sich ein Modell zum besseren Verstehen zu entwickeln hat Bedeutung, wenn praktische Erfahrungen und Erkenntnisse vorliegen.

Im Nachfolgenden wird in groben Umrissen die Entwicklung des Kultur-Modells skizziert, das dann auch zur Gruendung der DGFK e.V., dem Kooperationspartner von CULTURA e.V. fuehrte. Aus lokalen Initiativen entwickelten sich internationale Aktivitaeten, aus diesen wiederum lokale Aktionen.

Im Laufe der Geschichte wurden unzaehlige solcher Modelle entwickelte, die alle ihre Bedeutung hatten undhaben. Die verschiedensten Denker hatten Schwerpunkte in ihren Taetigkeiten, waren Naturwissenschaftler oder Geisteswissenschaftler, Unternehmer oder Politiker, Gesellschaftswissenschaftler oder sozial engagierte Menschen Sie dachten intensiv und orientierten sich an nachvollziehbaren Daten und Erhebungen. Meistens aber wird der Unterschied zwischen der Wirklichkeit und einer denkbaren Moeglichkeit nicht erkannt. In der Gegenwart kommt eine Ueberberwertung des Akademischen hinzu!

Das Modell Kultur ist aus praktischen Erfahrungen und theoretischen Kenntnissen entstanden, u.z. in jeweiligen Wechselwirkungen.

Es war ein ziemlicher Gluecksfall Theorie und Praxis miteinander verbinden zu koennen, u.z. nicht bezogen auf eine Disziplin, sondern in einer Vernetzungsform, die es wahrscheinlich nur Ende der sechsziger, Anfang der siebziger Jahre gegeben hat.

Aus internen (lokalen) und externen (internationalen) Einfluessen ergaben sich Zusammenkuenfte mit der Gewerkschaft, mit Unternehmen, mit verschiedenen Initiativen, der Stanford University, sowie der University of Maryland, der FernUniversitaet Hagen, der Technischen Universitaet Berlin, u.a., die letztlich zur Entwicklung des Kultur-Modells und dadurch auch zur Gruendung der DGFK fuehrten.

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@ 15:49, ,

Informationen für unsere Freunde, Mitmacher und Förderer

Die beigefügten Poster enthalten Materialien zu den Projekten in:-

-Pakistan / Amjad's Village


-Kamerun / Moses Mill 


-Kolumbien / Edmundos Farm 


Die Poster gibt es in der deutschen und der englischen Version.

Die Titel weisen auf die Anfänge hin und zeigen Beispiele bis zu Gegenwart.

Die Hauptthemen sind dabei:

-Kunsthandwerk,
-Angepasste Technik,
-Kommunikation und Information (im weitesten Sinne).

Die Poster sind gleichzeitig auch Aufhänger für (digitale) SlideShows, wobei Moses Mill mit einer französischen Kurzfassung versehen ist, und Edmundos Farm mit einer spanischen Kurzfassung.

Die Fotografien auf den Postern liegen auch als pdf-Datei im Format Portrait und Landschaft vor für (analoge) Ausstellungen in Lahore, Bamenda, Chiquiquira,usw. 

Unter www.dgfk-berlin.de (siehe movies) gibt es auch Video-Sequenzen aus den 90er Jahren, kombiniert mit Fotografien.

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@ 14:37, ,

Ueber die Wiederholung von Ueberlebtem

by Prof Dr Norbert Pintsch / Omar M. Ali

Ohne Tradition keine Zukunft,- so lautet eine gern zitierte Aussage, deren Zuordnung unbekannt ist. Gerade im Baugeschehen ist ein solcher Hinweis wichtig.

Giebel, Erker, Loggien, Balkone u.a. Stilelemente wurden durch die Buergerlichen den Bauten des Adels entnommen und als Zitat gerne verwendet, ohne sich der bauphysikalischen Hintergedanken der damaligen Baumeister bewusst zu sein.

Spaetestens in der Zeit. als die Bauhausbewegung zu wirken begann, die Allgemeinheit aufmerksam wurde, setzte die bautechnische Reduzierung tragender Elemente zu Lasten anderer, bauphysikalischer und baubiologischer Aspekte, ein,- dies machte sich zunehmend in der Optimierung der Konstruktion und der Vernachlaessigung energetischer Gesichtspunkte negativ bemerkbar.

Einher ging in Mitteleuropa die Entwicklung des Flaechenzuwachses mit des scheinbar oekonomischen Wachstums.

Mehr Flaechen werden benoetigt, um Platz fuer die wichtigen technischen Hilfsmittel im Haushalt zu schaffen. Kuechen werden groesser, Sanitaerraeume werden luxurioeser,- mehr Energie wird benoetigt, die durch behutsames Schoenrechnen die Brisanz der Handlung vernebeln.

Der Drang und Zwang zu zentralen Einrichtungen ist ungebrochen, wobei die fehlende Kritik auffaellt. Autonom oder sich wenigstens teilautonom zu versorgen, sorgfaeltig mit den Resourcen umgehen, man muss es nur wollen!

Steigende Grundstueckspreise in den Staedten haben Auswirkungen auf dem Lande. Industrie-Agrarier im Speckguertel der Staedte funktionieren immer noch so, wie die Millionen-Bauern, die seinerzeit ihre Felder verscherbelten und ihre Raffgier befriedigten; Mietkasernen entstanden.

Ein Jahrhundert spaeter, in Mitteleuropa, draengt der Staedter auf das Land, um sich den Traum vom eigenen Haus zu erfuellen. Es gaebe gute Moeglichkeiten, in exemplarischen, vorbildlichen Siedlungen aufzuzeigen, was bei Weitsicht machbar ist. Freiwillige Reduzierung der Wohnflaeche, ueberlegte Infrastruktur mit den technischen Medien, Energieeinsparung durch Selbstversorgung, genossenschaftliche Vermarktungsprinzipien. Es ist alles vorhanden, man muss es nur zu nutzen wissen!

Der Traum vom Eigenheim orientiert sich zumeist an Katalog-Vorbildern und suggeriert einen vergangenen Zustand mit Giebeln, Erkern, Loggien, Balkonen u.a. Stilelementen, die eingesetzt werden, um vorzutaeuschen, was nicht vorhanden ist, nicht mehr in die Zeit passt.

Tradition zu bewahren, das spiegelt sich wieder im Mut zur Begrenzung und ist Grundlage fuer eine sinnvolle Zukunftsgestaltung, die sich baulich, u.z. bei Objekten, wie auch Ortschaften, anpassen sollte, ohne als Karikatur zu wirken.

Schoen gedacht,- aber hierzu sind nicht nur aufgeklaerte Bauherren, sondern auch die umgebenden Buerger, wie auch die Bau-Stadtverwaltungen gefragt.

Aber,- woher wissen diese, was gut fuer sie waere...

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@ 13:26, ,

Veröffentlichungen

Zum Ende des Jahres 2017 liegen 3 Veroeffentlichungen ueber das Wohnen vor:


a) HOUSING
Aus einer Serie von Artikeln fuer ein Technik-Magazin zwischen 2008 und 2012, liegt nun die deutsche Uebersetzung mit Originalgrafiken und Abbildungen vor, in der das Thema Housing von unterschiedlichen Standpunkten (Wirtschaft, Technik, Wissenschaft, Philosophie, usw.) behandelt wird.

b) BEVOELKERUNG UND WOHNEN
Aus einem Gespraech zwischen Prof Dr Mackensen und Prof Dr Pintsch ergab sich eine Gegenueberstellung zweier Forschungs- und Vermittlungsmethoden: die traditionelle mit Zitaten und Literaturhinweisen und die unkonventionelle, fast ohne Literaturhinweise, die bewusst die Quellensuche dem Leser ueberlaesst und ihn somit zu einer anderen Form der Aktivitaet anregt.

c) SYSTEME UND HOUSING
Aus mosaiksteinaehnlichen Aspekten zur Systembetrachtung zwischen holistisch, offen und geschlossenen System, mit dem Schwerpung des geschlossenen Systems. In skizzenhaften Beitraegen wird die Bandbreite aufgezeigt: die physikalische, erdbezogene bis zur erdfernen Geschlossenheit und dem psychischen Phaenomen des in sich geschlossen sein bei speziellen Krankheiten ( Amyottrophe Lateralsklerose ).

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@ 10:37, ,

Senta Siller Foundation


Prof Dr Norbert Pintsch with Mr Ghayyoor Obaid, the Head of the Senta Siller Foundation discussion concerning a foundation that supports the preservation of the SSDC (Senta Siller Design Centre - Ideas) supported (expected again with Mr Iqbal from Harappa); so far this happened about another private initiative.

@ 08:40, ,

Kunsthandwerk und CNC

Mit dem Metaller und Kuenstler Ramiro gelang die Entwicklung eines neuen Produktes, d.h. neu ist es nicht, nur die Herstellung ueber Computerized Numerical Control mit Zertifikat, die dem Liebhaber bzw. Besteller Gewissheit geben tatsaechlich ein Unikat zu erhalten. Die Implementation eines chips kann fuer weitere Sicherheit sorgen. Damit liegt nun zum klassischen, analogen Original, ein industrielles, digitales Unikat vor.


Zwischen AK und CNC
Prof Dr Pintsch Pintsch / IPC

Zunaechst die Aufklaerung: Hinter AK verbirgt sich die Analoge Kunst,- besser gesagt: Die reine Kunst mit dem Anspruch des Originals bzw. des Unikates. Im digitalen Zeitalter gibt es nichts, was nicht in gleicher Weise bzw. Qualitaet erzeugt werden kann. Daraus ergeben sich weitreichende Probleme mit einschneidenden Auswirkungen.


Der Flugreisende erreicht den Wien-Airport und erhaelt einen guten und ersten Eindruck von den Meisterwerken in den dortigen Museen. In gleicher Weise kann er sich auch anderenorts daran erfreuen. Das Original hat sein Alleinstellungsmerkmal verloren, ist austauschbar geworden, das Original hat nur noch Bedeutung fuer vermeintliche Kulturreisende und spekulierende Kunstzocker.
Was ist also noch ein Original in der zeitgenoessischen Kunst?

Als Installation werden zeitgenoessische Probleme dargestellt, wobei die Frage offen bleibt, ob
Beruecksichtigung von hehren Werten wie Nachhaltigkeit usw.

Als leicht transportierbare Kunst ist ein Zertifikat wichtig fuer eine Originalitaet, wenn es nicht sowieso als Wegwerfartikel konzipiert ist.

Unter CNC wird im allgemeinen das von Computern erstellte Produkt verstanden und fuer umfangreiche Anwendungen genutzt.

Kunst per CNC ist bekannte u.a. aus Souvenirlaeden, wo fein geschnittene Metall- oder Holzarbeiten dem Originalglaeubigen verkauft werden.

Wo ist nun eine Art Zusammenhang zwischen z.B. Lithographie und CNC-Produkt?

Im ersten Fall hilft der Glaubhaftigkeit ein Zertifikat, das dem Kaeufer versichert ein Original und Unikat erworben zu haben.

Im zweiten Fall wird ausser dem Zertifikat ein kontrollierbarer Chip den Kaeufer betreffend Original und Unikat absichern.


Im Fall der Lithographie ist der Stein zu zerstoeren, im Fall des CNC-Produktes der Allgorithmus.

Sicher ist nichts. Nur derjenige, der Wert auf das Einmalige nicht Wiederholbare legt, der findet eine Beruhigung bzw. Genugtuung.

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@ 15:39, ,

Erhalt-Verdichtung-Erneuerung

by Norbert Pintsch / IPC

Baufreudige muessen sich entscheiden,- wollen sie ihr Objekt Erhalten oder Erneuern oder wollen sie Verdichten? Die Alternative ist der Abbau und der Neubau.

Geht man vom betriebswirtschaftlichen Standpunkt aus, so ist ein Neubau eindeutig besser fassbar und kalkulierbar. Es wird nach den geltenden Vorschriften gearbeitet, bei Einhaltung der Vergabevorschriften setzt eine Gewaehrleistung ein.

Bei groesseren Projekten liegt der Erfolg in der Umsetzgeschwindigkeit, d.h., je schneller realisiert wird, um so schneller wirkt der Cashflow und neue Projekte koennen begonnen und weitergefuehrt werden.

Bei alter Bausubstanz gewinnt haeufig die Seriositaet gegen das Schnaeppchen-Denken. Auch hier kann der gewaltige Anfangseinsatz an Mitteln nicht unbedingt Wunder wirken. Besser wird eine sukzessive Vorgehensweise wirken, hierfuer fehlt es meistens an der notwendigen Geduld, den fachlichen Kenntnissen und der Projekt-Vision.

Groesste Schwierigkeiten beim Bauen ist das immaterielle Element,- dies in der Form des Verhaltens der Bueger.

Das passt nicht in unsere Siedlung, so wird argumentiert. Dabei gilt: Selten hat etwas gepasst, war man zufrieden, konnte man sich damit identifizieren.Neues ist immer ein Fremdkoerper, bisman sich daran gewoehnt hat!

Frei nach Hegemanns “Das steinerne Berlin“ erinnern wir uns an Zilles Berliner Wohn-Umgebung: Um 1900 wurde gegen die Bebauung demonstriert,- drei Generationen spaeter wurde gegen die Veraenderung demonstriert. Das zeigt, wie sehr man sich an Situationen gewoehnt, sie als Heimat empfindet,- die Veraenderung geisselt. Spaetestens eine Generation spaeter ist das Geschichte und Verharren bzw. Veraendern sind lediglich psychologisch motivierte Sichtweisen.

Ein weiterer sozio-oekonomischer Aspekt, teilweise mit globaler Bedeutung, springt ins Auge: -Resourcen- und Umweltschutz wird gefordert und vielstimmig gut geheissen. In der Ferne die Natur zu ruinieren und die dortige Umwelt zu zerstoeren,das will man besser nicht wissen.

-Arbeitsplaetze im naeheren Umwelt entstehen zu lassen, auch das findet man gut,
- aber bitte nicht in unserem Dorf. Im Zweifelsfalle folgt der Ruf an den Staat und seine finanzielle Unterstuetzung, der eingreifen soll, wenn persoenliche Belange gefaehrdet erscheinen.
-Monokulturen werden etabliert, um aus falsch verstandenem Materialismus zu raffen,
- entwickeln sich die Geschaefte nicht so, wie erhofft,- dann wird der Staat als Zahlmeister zur Kasse gebeten

Ein grosser Unterschied zwischen den genannten Beispielen besteht nicht...

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@ 10:05, ,


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